Gegen 9 Uhr morgens passieren wir Jutai.
Für diese Gegend ist die Stadt relativ groß. Sie hat etwa 16.000 Einwohner. Höchstens 2x im Jahr soll hier ein Kreuzfahrtschiff anlegen.
So verwundert es auch nicht, dass unzählige Menschen das Schiff beobachten.
Schon viele Kilometer vor der Stadt fließen wieder Schwarz- und Weisswasser nebeneinander her. Die Trennlinie ist besonders gut zu sehen und zieht sich endlos, da offenbar von einer Seite ständig andere Flüsse mit Schwarzwasser dazukommen.
Wir passieren zunächst die Stadt und einen großen Zufluß. Dabei wechselt das Schiff zwischen den beiden Farben.
Das Schiff ankert absichtlich ein Stückchen weiter vom Ort entfernt im schwebstoffarmen Schwarzwasser, da unser Wasservorrat zu Ende geht und die bordeigene Filtrieranlage mit dem stark schlammhaltigen braunen Weisswasser schwer zu kämpfen hat.
Das Manöver ist wohl schwierig, da zusätzlich mit der Strömung gekämpft wird. Die aber sollte nicht zu stark sein, da wir ja in Tenderboote umsteigen müssen, um an Land zu kommen. Dazu müssen wir wieder eine ziemliche Strecke zurückfahren.
Das Tenderboot hat irgendwelche Schwierigkeiten und kommt nicht in die Gänge. Wir schaukeln endlich im Fluss, da geht es wieder zurück, und es werden noch viele Leute reingestopft.
Der Wellengang scheint ziemlich schwierig zu sein für das Boot, und das Anlegen im Hafen von Jutai auch. Bevor wir von Bord können, legt das Boot schon wieder ab und probiert es dann mit Erfolg an anderer Stelle.
Nach der schweißtreibenden Fahrt folgt jetzt ein Klettern über ein anderes Boot und dann der Aufstieg die lange, steile Uferböschung hinauf. Wie immer natürlich in der prallen Äquatorsonne, in der sich die Anwohner am liebsten in ihre sachattigen Häuser zurückziehen. Das ist dem Touristen nicht vergönnt, es sei denn, er bleibt an Bord in seiner Kabine.
Einige Budenbesitzer haben einen guten Stand beim Hafen und verkaufen kleine Snacks, Obst und Gemüse. Die meisten haben geschlossen. Es ist schon wieder Sonntag.
Oben bereits schwitzend angekommen gibt es die üblichen Instruktionen. Straße hoch und runter, rechts und links, Platz mit Kirche, Geschäfte eher zu usw.
Einige Geschäfte haben trotzdem offen, zumindest bis gegen Mittag, ansonsten gibt es sowieso keine großen Sehenswürdigkeiten.
Auch als Tourist kann man in den Genuß einer Mopedtour durch den Ort kommen. Die jungen Fahrer weisen sich mit einem offiziellen Schild als Mopedtaxi aus.
Sogar ein Hotel gibt es hier! Zumindest sagt das ein gepinselter Hinweis auf der Mauer. Es liegt an dem schönen Weg zum Wasser.
Das Treffen der verschiedenfarbigen Wasser sieht man ein dieser Stelle am Ortsrand besonders gut.
Egal, in welche Richtung man schaut. Es ist sehr beeindruckend.
Manche Kinder führen ihre Haustiere vor und lassen sie teilweise gegen einen Dollar fotografieren. Erzählt wird von einem Brüllaffen, einem Wollaffen und einem Gürteltier. Ich selbst sehe nur einen großen Papagei, der auf dem Arm eines Jungen sitzt. Den darf ich fotografieren, ohne dafür zu bezahlen.
Manche Häuser sind nett zurecht gemacht, auch eine richtig gepflegte Straße habe ich entdeckt.
An vielen Ecken blühen die schönsten Sträucher.
Ansonsten ist es üblich, jeglichen Dreck fallen zu lassen und vielleicht ein bisschen zur Seite zu schieben.
Fast noch in der Ortsmitte stehen 3 Autowracks in verschiedenen Zerfallsstadien herum. Niemand scheint sich daran zu stören.Die Menschen sind freundlich. Keiner bettelt, keiner bedrängt einen. Wenn man grüßt, wird der Gruß lächelnd erwidert.
Die Kinder sind zu Hause, das kann man schon an der Haustüre erkennen.
Eine andere Familie ist noch auf dem Heimweg. Man stelle sich das Bild einmal bei uns zu Hause vor!
Wenn es nicht so heiss wäre und ich eine nette Kneipe entdeckt hätte, könnte ich es hier auch etwas länger aushalten.
Nirgendwo flattert so viel Wäsche so dekorativ in der Sonne.
Nebenan wird ein Amazonasdampfer beladen. Proviant für Passagiere und Besatzung hängt schon im Schatten.
Unser Schiff muss wieder wenden. Frischwasser haben wir wieder genug. Es darf wieder gut geduscht werden.
Und schon fahren wir wieder durch braune und schwarze Wasser. Auf der einen Seite ballen sich drohend die Wolken, während der Ort noch in der Abendsonne liegt.
Jetzt ist die Dunkelheit nicht mehr weit.












































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