Montag, 8. Januar 2018

Steh‘ auf mein Ochse!

  8.Januar


In Parintins, der zweitgrößten Stadt im Bundesstaat Amazonas, findet alljährlich das zweitgrößte brasilianische Fest statt, das Festival Folclorico do Boi-Bumba. Die Stadt liegt auf der Insel Tupinambarana im Amazonas und wurde
1803 gegründet.
Wir liegen auf Reede und müssen, um an Land zu kommen aus dem Tenderboot zuerst durch einen Amazonasdampfer hindurch, was mit dem Wasserstand zu tun hat.





Hier spürt man immer noch den Einfluss der Gezeiten, obwohl man bereits 1000km vom Atlantik entfernt ist. Parintins hat einen modernen Anleger mit schwimmenden Docks. Im Hintergrund kann man unser Schiff entdecken.



Abgerissene Pflanzeninseln, Baumstämme, Wurzelballen, alles treibt träge vor sich hin.



Nachdem es den ganzen Morgen genieselt hat, klart es jetzt ab und zu ein bißchen auf. Ein Spaziergang kann nicht schaden. 
Die Stadt wirkt verschlafen, vielleicht wird der Eindruck durch das trübe Wetter verstärkt.









Die großen Plastikfiguren wirken eher abschreckend, und nach Souvenirs steht mir der Sinn hier auch nicht. Immerhin blüht es hier wunderschön.






Streetart ist hier ziemlich verbreitet und gefällt mir sehr gut. Mit den vielen Schmierereien, die ich bei uns vorwiegend sehe, hat das nichts gemeinsam. Wer einen Anwalt braucht, der sieht schon von weitem, wo er klingeln kann.









Zum Telefonieren muß man sich nur einem Ochsen anvertrauen. 



Auf Fahrraddreirädern (Tricycles) lassen sich auch viele Einheimische kutschieren. Touristen sind gern gesehene Gäste. Auch das Schiff bietet einen entsprechenden Ausflug durch die Stadt an. Mit einem besonderen Rückspiegel fällt man etwas mehr auf.





Nach der kleinen Kirche am Wasser 



schauen wir uns die moderne, ziemlich große Kathedrale im Zentrum an. Sie ist von 1962 und wurde aus italienischen Steinen erbaut.



Gleich dahinter kann man den Friedhof besichtigen, der  schattige Plätze bietet.







Reklame findet man in der Stadt für das Boi- Bumba Fest. Mal für die rote Mannschaft, mal für die blaue, die beim Festival gegeneinander antreten. 
Bei dem jährlichen Fest im Juni geht es um Tod und Auferstehung eines Ochsen. Das Spektakel dauert ganze 3 Nächte.  Die Stadt quillt dann aus allen Nähten. 
Übersetzt heißt es in etwa : „Mein Ochse steh‘ auf". 
Extra dafür wurde ein Bumbódromo gebaut, nicht zu verwechseln mit Rios Sambodromo.



Ich habe mich für eine Aufführung angemeldet und muß nun zum Bus, der uns dorthin bringt.



Betreten wird das Gelände wie bei uns ein Zirkuszelt, mit entsprechendem Spektakel und irgendwann geht es auch los. 







Die Spielstätte ist wohl ein Übungsplatz. Ich habe keine Ahnung, wo sie uns hingesetzt hätten, wenn es angefangen hätte zu regnen. Überdachte Plätze gibt es nicht.
Die Tänzer geben sich bei der Aufführung für uns viel Mühe und präsentieren tolle Kostüme. Es ist wohl eine Probeaufführung für die Gruppe und für uns eine Show.
Wir fahren gleich nach der Aufführung wieder zum Schiff zurück. Es ist schon fast dunkel, und bald sind wir in Richtung Manaus unterwegs. 
Bis dorthin haben wir noch 461km vor uns.

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