Samstag, 6. Januar 2018

im Gummiboot

6.Januar

Zodiaks in Guajará

Natürlich heißt das Gummiboot heute Zodiak. Hört sich ja auch besser an. Aber ist es letztendlich ein neuzeitliches Gummiboot. Den Namen Zodiak hat man von der französischen Firma übernommen, die 1989 die Produktion der Schlauchboote von der Firma Metzeler übernahm. Aber das ist alles eine längere Geschichte.

Um 6.30schaue ich aus dem Fenster. Das Wetter begeistert mich nicht. Der Fluß ist unbeschreiblich breit.


In Guajara sollten wir laut Tagesplan eigentlich freien Landgang haben, aber daraus wird wohl nichts.
Schon vor 9 Uhr ankern wir im Amazonas, weit entfernt von den Ufern. 
An Deck haben es sich über Nacht hübsche Falter gemütlich gemacht.




Das erste Zodiak wird zu Wasser gelassen, und ein paar Experten erkunden die Lage.




Nichts spricht gegen eine Ausbootung, und mit Zodiak Nummer 5 sind auch wir dran. 18 Leute passen auf ein Boot, und schon düsen wir los in Richtung auf das weiter entfernte Ufer. 
Ganz im Geheimen überlege ich, an welches Ufer ich mich treiben lassen sollte, falls wir unterwegs kentern. Das Wasser ist ja warm, eine Schwimmweste ist umgelegt. Nur was sich so im Wasser tummelt, weiß ich nicht und auch nicht, wo die nächste menschliche Siedlung wäre, wenn...
Festhalten ist jetzt angesagt, Grübeln ausgeschaltet. Warmes Wasser spritzt ins Boot, und bald geht das Genörgel los. Einer hat immer einen Hut im Blickfeld, der andere wackelt zu viel. Nervig, denn niemand hat während der ganzen Fahrt den optimalen Fotografierplatz.




Das erste Boot kommt schon zurück, und der Lektor verweist auf ein Faultier im nahen Baum. Leider hat weder unsere Lektorin den scharfen Blick, noch einer sonst auf dem Boot. Wir finden kein Faultier. Und verstehen, was der Lektor sagt, kann nur derjenige, der neben ihm sitzt. Das Motorengeräusch...
Also geben wir uns mit den Bäumen am Ufer zufrieden, ein paar größeren Vögeln, einem Eisvogel, den wenigen Häusern, ein paar weit entfernten Wasserbüffeln, die am grünen Ufer grasen.









Im Mündungsbereich des kleinen Flusses tummeln sich viele rosafarbene Delphine, die immer wieder aus dem Wasser heraus springen. Trotz unzähliger Versuche habe ich natürlich kein wirklich vorzeigbares Foto. Meistens sieht man nur einen größeren Klumpen, der sich über die Wasseroberfläche schiebt, manchmal eine kleine Flosse und ganz selten das auffallend lange Maul, das wie ein Schnabel aussieht.




Während der Suche nach den Delphinen schaukeln wir so lange in der prallen Sonne am Ufer entlang, bis mir der Schweiß herunter läuft. Nicht wegen der Hitze, sondern weil mir übel ist.  Ich mal wieder etwas seekrank geworden.


Zum Glück kehren wir jetzt wieder aufs Schiff zurück.



Was es mit den merkwürdigen Hügeln weit weg an Land auf sich hat, war leider nicht in Erfahrung zu bringen.



Ganz nett war der Ausflug schon. Ich hoffe jedoch, es kommen spannendere. Dies war wohl nur die Einstimmung ins Zodiakfahren. Manche Leute haben jede Menge Delphine in voller Pracht gesehen, andere nicht mal einen einzigen Wasserbüffel. Das gesichtete Faultier soll sehr klein und weit weg gewesen sein. 
Jetzt warten alle auf die großen Ereignisse.

Wir fahren weiter. Morgen wollen wir in Alter do Châo an Land gehen und den Strand genießen.
Momentan ist der Amazonas 5km breit, und die Wassertiefe beträgt immerhin noch 20m.

Beim abendlichen Vortrag über den Regenwald kommen die Differenzen zwischen den Erwartungen vieler Gäste und  dem tatsächlichem Erleben bei der heutigen Zodiaktour zur Sprache. 
Schuld sei nur der niedrige Wasserstand gewesen. In 2 Monaten stünde das Wasser 3m höher, da gebe es natürlich viel mehr zu sehen. Aha.
Gegen widrige Umstände ist allerdings kein Kraut gewachsen. Ob man statt dessen an einer für uns günstigeren Stelle hätte ausbooten können, entzieht sich meiner Kenntnis..




Ausnahmsweise gehe ich zur Abendshow.
Joe Curtis, ein in Südafrika geborener Sänger hat den Abend mit seiner wohlklingenden Stimme gerettet.

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