Es herrscht Niedrigwasser in Belém.
Das Schiff kann die Pier nicht anfahren, und wir müssen bis mittags warten. Dann sollte der Wasserstand ausreichend hoch sein, allerdings ist es bis dahin wieder brütend heiß draußen.
Belém liegt 120km vom offenen Meer entfernt, gilt als Tor zum Amazonas und wurde 1616 von Portugiesen gegründet. Im Norden Brasiliens gibt es keine größere Stadt als Belém.
Von der Mitte des Stroms aus sieht Belém imponierend aus.
Zu meiner Freude fährt der Kapitän das ganze Uferareal von Belém ab, sodass man einen sehr schönen Überblick erhält.
Der Hafen ist erreicht.
Als wir endlich an Land kommen ist es 13 Uhr, und der erste heftige Tropenregen erwischt Marlis und mich.
Wir gehen vorbei an den Marktständen und den überwiegend leeren Marktständen. Aber gegessen wird wohl immer und ein paar Lebensmittel kann man immer gebrauchen.
Die Açai-Beere wird hier mühsam verarbeitet. Bei uns gilt sie derzeit als Wundermittel.
Die Paranüsse so zuzubereiten, wie wir sie im Supermarkt finden, ist eine Heidenarbeit. Handarbeit und sehr mühsam! Daher ist der relativ hohe Preis verständlich. Wie man sieht, gibt es unterschiedliche Qualitäten.
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| jede Menge Paranüsse |
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| Obst geht immer... |
Der Herr verkauft getrocknete und eingesalzene Filets vom Pirarucu. Das ist der größte Fisch des Amazonas, kann bis zu 4,50 Meter lang werden und bis 200 kg schwer. Er zählt zu den größten im Süßwasser lebenden Raubfischen der Welt. Leider ist er vom Aussterben bedroht. Da er alle 10-20 Minuten auftauchen muß, um laut schmatzend nach Luft zu schnappen, wird er zur leichten Beute seiner Jäger. Seine starken Schuppen werden zu Schmuck verarbeitet und seine Zunge zu Feilen! Ich hatte bei diesen Teilen gar nicht an Fisch gedacht.
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| Getrocknetes und Gesalzenes vom Pirarucu |
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| das halte ich für Schweinsfüße |
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| viel Wurst, Speck und Piraruco |
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| Gemüse am Ver-o-Peso Markt |
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| Geheimnisvolles verspricht Heilung |
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| merkwürdigerweise an allen Ständen das Angebot fast identisch |
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| viel ist nicht mehr los heute |
Ich bin schon wieder dabei, mich zu vertrödeln. Marlis bläst zum Weitergehen. Recht hat sie.
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| Strassenkunst wie ich sie liebe |
Wir erreichen den kleinen, bunten Hafen, in dessen Wasser nicht nur die Boote schwimmen, sondern auch jede Menge Unrat.
Unzählige Geier toben hier herum und einige Reiher. Manch einen hat es beim Streit um das Futter böse erwischt.
Um zum Fort zu kommen, muss man durch eine etwas windige Gegend laufen, aber es ist ja noch taghell, und bei dem schon drohenden nächsten Regenguss sind nur ein paar Touristen hier unterwegs. Aber die Geier lauern bereits auf den Dächern!
Das alte Fort kommt mir ziemlich klein vor, aber die Aussicht von dort oben ist super. Immerhin hat es ja den Angriffen von Engländern, Franzosen und Holländern standgehalten.
Der nächste Guß durchweicht mich völlig, ein Schirm ist offenbar hier wenig hilfreich. Zum Glück trocknet man fast so schnell, wie man naß wird.
Die Kathedrale von Belem, ein schönes Bauwerk ganz in der Nähe kommt mir etwas düster vor, aber immerhin ist sie geöffnet.
Danach versuchen wir zu einem Leuchtturm zu kommen, landen aber in den unmöglichsten Ecken, aus denen wir uns schnell wieder verziehen. Um dort die Straßen zu überqueren, hätte man ordentliche Gummistiefel mithaben müssen.
Wir beschließen, die Suche aufzugeben, weil es uns wirklich hier etwas mulmig wird. Etliche Männer breiten schon ihre Pappen aus, um sich zum Schlafen niederzulegen. Fußgänger sind kaum unterwegs. Da folgen wir lieber unserem Stadtplan und ein paar schönen Wandbemalungen. Ob man das schon "moderne Fresken" nennen darf?
Unglaublich, was für tolle Gebäude unvermutet auftauchen. Seine Villen mit Kacheln zu verkleiden war nur etwas für wohlhabende Menschen. Heute verkommen die Häuser leider.
Nach einem langen anstrengenden Weg bleibt nur als Rettung ein eisgekühltes Einkaufszentrum, in dem es aber weder ein Kaffee, noch einen Geldautomaten oder funktionierendes WLAN gibt. Irgendwie kommt Frust auf. Wir hätten uns gerne einmal irgendwo hingesetzt.
Es hilft alles nichts, wir müssen zurück zum Hafen.
Wenigstens entdecken wir noch ein paar schöne Strassen. Hier fuhr in besseren Zeiten einmal die Strassenbahn. Jetzt finden Märkte statt, und man hat keine Chance, sich die vielen Kolonialbauten anzuschauen. Und dort wo kein Markt ist, sind die Gebäude häufig durch Reklame verschandelt.
Marlis geht nun gleich zum Schiff, ich gehe zum noch einmal zurück zum Hafen, weil ich auf einen Super- Sonnenuntergang hoffe.
Jetzt liegen die Boote nur noch im Dreck, es ist Niedrigwasser. Der Wasserstand schwankt um mehr als 3 Meter .
Geier, Reiher und dazu noch Ratten streiten sich ums Futter.
Oben auf ihren Booten sitzen Fischer. Die Menschen plaudern, kochen, Frauen hängen Wäsche auf, Männer flicken Netze.
Ich drehe noch eine kleine Runde im gegenüberliegenden Park. Dort stehen ein paar historische Denkmäler. Manches gammelt vor sich hin. Leider auch die vielen überreifen Mangos, die von den Bäumen herabfallen und die ich am liebsten einsammeln würde. Sie verströmen einen betörenden Duft.
In einigen Ecken liegen nun schon Menschen auf Pappe herum und versuchen im Schlaf ihr Elend zu vergessen. Bevor die Dunkelheit da ist, möchte jeder einen sicheren Platz gefunden haben.
Dazwischen patroulliert ständig die Touristenpolizei.
Ein schöner Sonnenuntergang schließt den Tag ab.
Beim Abendessen entschuldigt sich der Kreuzfahrtdirektor öffentlich für den offenbar misslungenen Sylvesterabend! Man sei lernfähig verkündet er, nächstes Jahr wäre alles besser. Ob hier zuvor noch nie Sylvester gefeiert wurde?













































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