6.12.17.
Mein Infekt bremst mich aus.
Die Mückenplage auch. Erst einmal schaue ich, was draußen los ist. Ich habe ja viel Zeit.
Die Mückenplage auch. Erst einmal schaue ich, was draußen los ist. Ich habe ja viel Zeit.
Über die Balkone nebenan werden heute große Bretter hochgezogen. Viele Altbauten haben ganz oben Rollen und Seile, mit denen Möbel und schwere Gegenstände hinauf geschafft werden. Die Treppenhäuser sind meist sehr eng und steil. Das Zuschauen ist offenbar nicht nur für mich interessant.
Geschrei auf der Straße gehört hier zum Alltag. Anfangs habe ich mich erschreckt und dachte, die Leute streitenalle. Aber so ist es nicht. Rufen von oben nach unten und unten nach oben gehört dazu. Wenn es sein muss, auch 5x, wenn es nicht klappt. Irgendwann kommt schon einer ans Fenster oder auf den Balkon.
Dann weiß die Oma, dass das Bestellte eingetroffen ist. Oma wirft das Seil mit der Tüte oder einem Körbchen dran runter, und gleich darauf hat sie ihren Einkauf auf dem Tisch, ohne sich anzustrengen.
Was gebracht wird, weiß man allerdings nicht so genau. Gestern zB gab es keinen Toast, nur dicke weiche Brötchen. Bei Gemüse und Obst muss man sich ebenfalls an das gerade gelieferte halten.
Wenn man WC Papier braucht, so kann es vorkommen, dass man mehrfach in einen entfernten Stadtteil fahren muss, bis es eben doch wieder geliefert ist. Die Liste kann fortgeführt werden.
Vor Geschäften , die Drogerieware anbieten, bilden sich regelmäßig Schlangen. Einlass erfolgt in kleinen Portionen.
Wie zu besten DDR-Zeiten.
Heute habe ich einen Spruch gehört.
Fidel tut so, als würde er uns bezahlen, und wir tun so, als ob wir arbeiten würden.
Da insbesondere die staatlichen Gehälter extrem niedrig sind, versucht keiner eine Schweißperle zu vergeuden.
Gehe erst gegen 13.00 los, im Schleichmodus.
Ich habe keine Wifi Karte mehr. Die erste hat mir Rosemarys gegeben und sie muss auch erst wieder welche besorgen. Ich komme an dem Etesca- Laden vorbei. Hier kann man Telefon- und Internetkarten kaufen. Ohne so eine Karte läuft überhaupt nichts.
Gehe erst gegen 13.00 los, im Schleichmodus.
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| bei mir im Haus, eine Etage höher |
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| hinter dieser Tür liegt mein Haus, wie man hier sagt |
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| hier geht es nach unten |
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| Strasse gleich um die Ecke |
| Fahrradtaxi wäre eine Möglichkeit |
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| zu Fuß gefällt es mir am besten |
| es ist immer was los |
| ohne Revolutionäre geht gar nichts |
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| ein Altar für Fidel |
Ich habe keine Wifi Karte mehr. Die erste hat mir Rosemarys gegeben und sie muss auch erst wieder welche besorgen. Ich komme an dem Etesca- Laden vorbei. Hier kann man Telefon- und Internetkarten kaufen. Ohne so eine Karte läuft überhaupt nichts.
Wenn du eine Karte hast, musst du noch herausfinden, wo in der Stadt du eventuell auch eine Chance hast, ins internet zu kommen. AnVerbesserung dieses Systems wird gearbeitet. Immerhin.
Einmal Schlangestehen muss sein, die Erfahrung will ich einfach gemacht haben. Und weite Wanderungen sind bei mir heute nicht drin.
Phasenweise lässt man 2-3 Leute rein. Was sie dann in den nächsten 15 Minuten machen, ist mir schleierhaft.
Jetzt will ich es wissen.
45 Minuten stehe ich in der Schlange. Natürlich ist das bei der Schwüle unbequem und anstrengend.
Dann darf ich rein. Jetzt heißt es: auf einer Bank im klimatisierten Raum sitzen und warten. 10 Minuten.
Derweil laufen die Damen ab und zu auf ihren unglaublichen Absätzen über das Bodenmosaik, zupfen ihre unglaublich engen, kurzen Kleidchen zurecht.
Es dauert sehr lange, bis man eine Telefon- oder Internetkarte in der Hand hat.
Als ich an der Reihe bin, möchte die Dame als erstes meinen Pass sehen, den ich natürlich nicht dabei habe. Sie müsse mich identifizieren! Mit flehendem Blick überreiche ich ihr eine Kreditkarte, eine Karte meiner Rentenkasse und einen kleinen berufsbezogenen Ausweis. Alles in Scheckkartenformat, überall steht mein Name drauf, 1x sogar mit Foto. Am besten gefällt ihr mein Rentnerausweis, auf dem die längste Zahlenreihe steht. Das wirkt. Ich bin gerettet, sage ihr, dass ich gerne die 5 CUC Karte hätte. Da sind 5 Stunden Internet drauf. Das geht leider nicht.
Mehr als 3 Stunden bekommt hier und heute keiner, also höchstens 3 Stundenkarten. Einheimische bekommen maximal 2 Karten pro Tag. Da alles im Computer registriert wird, kann man sich auch nicht später noch einmal anstellen oder sagen, man kauft für 3 Freunde mit. Wenn man jemanden kennt, der einen kennt, dann kriegt man schon mal 2 Karten ohne sich anzustellen. Das kostet aber ein bisschen. 1, 50 statt 1CUC.
Mehr als 3 Stunden bekommt hier und heute keiner, also höchstens 3 Stundenkarten. Einheimische bekommen maximal 2 Karten pro Tag. Da alles im Computer registriert wird, kann man sich auch nicht später noch einmal anstellen oder sagen, man kauft für 3 Freunde mit. Wenn man jemanden kennt, der einen kennt, dann kriegt man schon mal 2 Karten ohne sich anzustellen. Das kostet aber ein bisschen. 1, 50 statt 1CUC.
Ich habe also mehr als eine Stunde damit zugebracht, für 3 CUC (ca. 3€) 3 Wifi Karten zu kaufen, um 3 Stunden an ausgewählten Orten wie Parks in der Stadt und in ausgewählten Hotels evtl. in ein Internet zu kommen, das oft schläft und mit dem man keine App runterladen kann und noch viel mehr, was nicht funktioniert.
Aber immerhin hat alles geklappt. Manchmal wartet man lange, und bevor man dran ist, heißt es: für heute ausverkauft!
Nun suche ich das Hotel Sevilla auf, in der Hoffnung, dort Thomas zu treffen, mit dem ich eigentlich später woanders verabredet war.
Ich kenne ihn von 2 Reisen die er organisiert hat, einmal in die Südsee und einmal auf die Galapagos Inseln.
(http://lapalmaexplorers.net/ oder: La Palma Explorers Freundeskreisreisen bei facebook )
Ich kenne ihn von 2 Reisen die er organisiert hat, einmal in die Südsee und einmal auf die Galapagos Inseln.
(http://lapalmaexplorers.net/ oder: La Palma Explorers Freundeskreisreisen bei facebook )
Es ist schön, weit weg von zu Hause ein bekanntes Gesicht zu treffen! Demnächst kann man auch nach Afrika reisen mit ihm.
Das Internet im Sevilla ist genauso mies wie anderswo, kein Download möglich. Dauernd Abbrüche. Ein einziges Foto hochzuladen dauert ewig.
Das Internet im Sevilla ist genauso mies wie anderswo, kein Download möglich. Dauernd Abbrüche. Ein einziges Foto hochzuladen dauert ewig.
Trinke 1 Kaffee, Saft und ein mickriges Tässchen Pfefferminztee. Ein kleiner Stengel wird in ein Tässchen mit lauwarmem Wasser gestopft, die Hälfte hängt über den Rand hinaus.
Ich lasse 2x nachgießen und bestelle eine Pizza. Ich will nur noch etwas essen, kurz in mein Lieblingsinternethotel und dann in meinen Mückenkäfig.
Hier im Hotel haben die Biester mich auch schon wieder erwischt.
Vielleicht lieben sie mein fiebriges Blut.
Es kann nur besser werden. Gut, dass ich in den ersten Tagen schon so viel gesehen habe.
Den Heimweg habe ich mir heute genau gemerkt, wollte nicht so verwirrt sein wie gestern. Ist doch ganz einfach. 3 Blocks geradeaus, 2 Blocks rechts am Kloster vorbei, dann wieder links und die erste rechts ist es dann.
Da es keine durchgängige Straßenbeleuchtung gibt, Schlaglöcher und hochstehende Steine an der Tagesordnung sind, ist es schon erforderlich, sich gut zu konzentrieren. Angst muss man keine haben. Die Menschen sind freundlich. Mindestens 2x pro Tag werde ich gefragt, woher ich komme. Bei Deutschland sind sie immer begeistert. Fahrradtaxen bieten unentwegt ihre Dienste an. Aber ein einfaches Nein genügt als Antwort.
Da es keine durchgängige Straßenbeleuchtung gibt, Schlaglöcher und hochstehende Steine an der Tagesordnung sind, ist es schon erforderlich, sich gut zu konzentrieren. Angst muss man keine haben. Die Menschen sind freundlich. Mindestens 2x pro Tag werde ich gefragt, woher ich komme. Bei Deutschland sind sie immer begeistert. Fahrradtaxen bieten unentwegt ihre Dienste an. Aber ein einfaches Nein genügt als Antwort.
Auf der begrenzten Touristenmeile sieht es etwas besser aus mit der Beleuchtung und den Löchern in den Straßen, aber ich wollte ja so leben, wie die ganz normalen Bewohner in der Altstadt leben und nicht auf einem Boulevard.
Wobei ich schon recht gehoben lebe. Ich habe eine Dusche mit warmen Wasser, eine Klimaanlage und für mich alleine 2 Zimmer plus Bad.
Der Mond glotzt schon durch die Ruinen während im brüchigen Häuser und die TV Programme flimmern vor sich hin.
Parterre spielt sich wie so oft in warmen Ländern draußen ab. Die Fenster sind vergittert, weit geöffnet, die Türen auch. Alle zusammen sitzen auf der Couch vor der Glotze. Alleinesein ist hier nicht angesagt. Man liebt und lebt die Großfamilie. Und man braucht sie zum Überleben.
Beim Nachhauseweg durch die wenig beleuchteten Gassen bekomme ich ein paar Einblicke in Wohnzimmer, Friseursalons, Fingernagelstudios, Handwerksbetriebe und mehr.





















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