Donnerstag, 7. Dezember 2017

der Revolution auf der Spur

7.12.17.     

Nun hat es mich noch mehr erwischt. Ich habe Fieber und bleibe bis mittags in der Wohnung.
Zum Glück kann ich mir Teewasser in einem kleinen Töpfchen kochen. Das Nachkriegsmodell ist aus Alublech, und oben auf dem Wasser schwimmt immer eine dünne graue Schicht. Mein Aluminiumspiegel ist sicher jetzt für 5 Leben gesättigt. 



Meinen Infekt bekämpfe ich mit bislang immer hochwirksamen Tabletten, die von einer Vietnamreise stammen. Die müssen eh weg.
Was drinnen ist, will ich lieber nicht wissen. Sie haben bislang immer rasch geholfen.

Auf der Straße ist so viel los, dass ich eigentlich gar nicht weggehen müsste. Die Leute reden sehr laut miteinander, dazwischen schreit wieder jemand nach oben. Das ist die übliche Art, vom Balkon aus mit den Bekannten unten im Kontakt zu sein. 
Die Endlosschlange vor dem Bürgerbüro wird mal eingeengt durch einen Bagger, mal durch ein großes Auto und ganz oft durch Fahrradtaxen.

Ein Mann läuft laut rufend durch die Straßen: „Ich repariere Betten“ gibt er kund. Andere preisen selbstgebackenen Kuchen an oder schieben still ihren Salatberg vor sich hin.


Die Nachbarin lässt mal wieder eine Tüte am Seil vom Balkon herunter und wickelt es danach sorgfältig wieder auf. 


Als die Medizin wirkt, schleiche ich den langen Weg zum Hotel Sevilla. 







Solche mobilen Gemüsehändler trifft man hier öfters.



Aber es gibt auch einen relativ großen Markt mit viel Obst, Gemüse und Fleisch hinter einer riesigen Toreinfahrt.





Wie traurig wirkt dagegen die Metzgerei mit dem staatlichen Angebot


und wie bizarr der dort angebrachte Spruch!


Im Sevilla bekomme ich nach einer Viertelstunde die Karte, und nach einer Stunde wird gefragt, was ich denn bestellen möchte. Ganz so eilig hat man es hier nicht.Ich hätte ja reklamieren können, aber ich wollte ja eigentlich nur ins Internet.
Nach einer kubanischen Cola und einem Cappuccino bin ich dann über die Straße ins Revolutionsmuseum gegangen. Irgendetwas muss ich mir doch wenigstens ansehen.



Das Gebäude wurde 1920 eingeweiht und war vor der Revolution der Präsidentenpalast. Es ist ein wunderschönes Gebäude mit Kuppel, Spiegelsaal, viel Marmor und Dekorationen von Tiffany.





Che Guevara und Camillo Cienfuegos lassen sich als Wachsfiguren bewundern. 



Ansonsten sieht man viele Fotos aus der Geschichte des kubanischen Kampfes um seine Freiheit und vor allem über den Werdegang Castros und seiner Weggefährten.






Es wird renoviert. Man hat den Eindruck, es passiert alles im Schneckentempo. Aber ich habe auch keine Vorstellung darüber, wer das alles bezahlen soll, kann und will.






Rucksack und Tasche müssen unten in Verwahrung gegeben werden. Kamera ist erlaubt.
Interessanterweise gibt es im 1. und 2. Stock Shops mit vielen Souvenirs.  Dort herrscht gähnende Leere.
Parterre, da wo man sein Geld gelassen hat, ist kein Shop. Soviel zum Thema Geldverdienen.


Auf einer Freifläche hinter dem Gebäude sind einige Relikte aus den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Kuba zu sehen.





Im Schleichgang erreiche ich mein Lieblingsrestaurant an der Plaza Vieja und esse noch einmal Ropa Vieja, das gerupfte Rindfleisch. Es ist wieder sehr lecker!


Das war‘s für heute. Morgen geht es an Bord.

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