22.12.17
Um 4.30 ist meine Nacht zu Ende. Direkt neben unserem Schiff am Melville Cruise Pier
sind Lagerhallen, und in diesen donnert ununterbrochen ein extrem lautet Generator. Mein Ohropax ist machtlos, da ich es zu spät herausgekramt habe.
Gestern ist Marlis an Bord gekommen, die ich auf meiner letzten Reise kennengelernt habe, insofern war dieser Passagierwechsel für mich ein freudiges Ereignis.
Nach 10 fahren wir 2 mit einem örtlichen Bus zum Grand Anse, das soll weit und breit der schönste Strand sein mit einer Länge von 3 km. Ein Minibus kommt angedüst, wir 2 werden auf die letzten Klappsitze gestopft, und schon jagen wir über die Küstenstraße. Die Musik dröhnt auch den Babys im Bus ungedämpft in die Ohren, im Rhythmus werden sie von ihren Müttern geschaukelt oder geschüttelt, je nach Kurvenlage.
Nach etwa 15 Minuten schälen wir uns aus dem Bus, zahlen die 5 karibischen Dollar und machen uns auf zum Strand. Weit ist es nicht, nur vorbei an ein bisschen Müll und etlichen Gräbern, die von angeleinten Ziegen abgegrast werden.
Bevor wir das Wasser sehen, bietet der erste Typ schon Sonnenliegen an. Nur 5 US$ pro Liege will er haben, mit Sonnenschirm allerdings 15.
Zum Glück gibt es auch wunderschöne Bäume, die Schatten spenden und als Garderobe dienen. Der Sand, die Sonne und die Regengüsse sind eine kostenlose Gabe der Natur im Angebot.
Ich schwimme eine Weile in dem angenehm weichen, warmen Wasser. Nach einigem Kampf mit meinem Schnorchel schaue ich mir den Meeresgrund an. Kein Fisch lässt sich blicken, nur Sand und ein bisschen algenartiges Gewächs. Schade.
Viel los ist nicht am Strand, es kommen auch keine fliegenden Händler vorbei. Ab und zu grüßt freundlich ein Polizist.
Nachdem wir mehrere Regenschauer überstanden haben, gehen wir zurück zum rasenden Minibus Nummer 1, der verkehrt im Minutentakt. Wir quetschen uns wieder brav in die engen Reihen und fangen an, uns auch im Takt zu bewegen.
Auf dem Schiff mache ich schnell ein bißchen Wäsche und ruhe mich aus.
Das war endlich einmal ein ruhiger Vormittag, ich dachte schon, am Ende der Reise müsste ich eine Erholungskur einreichen.
Nach dem Nachlassen der größten Hitze mache ich mich noch einmal auf in die Stadt. Da ich ja gestern die städtische Bergtour gemacht habe, will ich es heute ruhiger angehen lassen.
Zuerst möchte ich in ein Lokal am Wasser, das ich gestern von weitem entdeckt habe, und siehe da, es liegt tatsächlich sehr schön, man bekommt einen hübschen wohlschmeckenden Drink zum annehmbaren Preis und freies Wifi dazu.
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| endlich mal ein schönes Plätzchen |
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| das Schiff macht sich gut hier |
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| alte Handelshäuser |
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| schön restauriert |
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| da könnte man glatt einziehen |
Gegen 18 Uhr erinnern mich meine Briefmarken daran, dass ich noch gar keine Postkarten
habe, und meine 99-jährige Freundin aus Österreich wartet doch sehnsüchtig auf Karten.
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| nichts wie hinein mit mir ! |
Es ist schon dunkel, die Geschäfte haben überwiegend geschlossen, nur die Shops in der Cruise Mall könnten noch offen sein. Ich hechte los, muss den Tunnel nehmen, wenn ich nicht wieder über den Berg klettern will.
Ok. Warum nicht, denke ich mir und nehme schon ein Taschentuch in die Hand, um mich vor der völligen CO2 Vergiftung zu bewahren.
Es gibt diesen Tunnel, der in den Felsen unter Fort George gesprengt wurde. Dort ist zwar Einbahnstraße, aber nur für die Autos. Menschen dürfen nach beiden Seiten gehen. Bürgersteige existieren nicht nicht!
Die Autos kommen zwar schubweise, sodass kein Stau im Tunnel entsteht, aber die Abgase schwängern trotzdem die Luft, und die überwiegend großen Autos drängen die Menschen doch ganz schön an die Seite.
Ich habe es überlebt, meine 2 Postkarten bekommen und sogar etwas Klebstoff von einer mitleidigen Seele, da die Briefmarken leider keine Gummierung hatten.
Zurück habe ich dann gar kein Taschentuch mehr genommen. Die Einheimischen leben ja auch noch. Den ganzen Uferweg entlang habe ich gehustet und nach ein paar Metern frischer Luft gesucht. Aber es ist schier unmöglich, in all den Inselhauptstädten, die wir besucht haben, im Stadtbereich einmal durchatmen zu können. Menschen mit Lungenproblemen würde ich zu anderen Urlaubszielen raten. Eine Atemmaske will ja keiner nehmen.
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| der Tunnel beim Rückweg |
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| und wieder geht es die ganze Bucht entlang |
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| immerhin kann ich mein Ziel schon erkennen |
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| Blick vom Schiff zur anderen Seite der Bucht |
| letzter Rundblick auf die Carenage |
Grenada hat mir bisher von allen Inseln am besten gefallen, abgesehen von Kuba natürlich. An Havanna kommt nichts ran. Wahrscheinlich hat es auch damit zu tun, dass ich mehr Zeit für meine eigenen Vorstellungen hatte.






















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