Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserer Unterkunft wollen wir heute ins Zentrum von Lima und nehmen uns ein Taxi.
Nach ein paar Schritten stehen wir vor großräumigen Absperrungen. Wir geben nicht so schnell auf und machen dann offenbar doch einen ungefährlichen Eindruck. Man läßt uns durch bis zur nächsten Absperrung. Und wir sind nicht die einzigen.
Viel zu tun gibt es nicht, die Kathedrale können wir nur von weitem sehen. Einladend ist der Platz mit den ganzen Sperren natürlich nicht. Imponierend sind jedoch die für Lima typischen wunderschönen Häuser mit den Holzbalkonen.
Überall sind Plakate von Papa Francisco aufgestellt. Die Warteschlangen auf den Bürgersteigen werden immer länger. Unzählige Polizisten stehen Wache. Es wird lange dauern, bis der Papst kommt. Er soll sich noch im Amazonasgebiet aufhalten.
Wenn wir schon nicht in die Kathedrale kommen, dann wollen wir wenigstens in eine der vielen anderen Kirchen gehen. Diese liegt ganz zentral und scheint Heiligtümer zu beherbergen, um derentwillen viele Gläubige hereinkommen. Ganz besonders berühmt ist der "kleine Doktor von Santa Rosa".
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| "Der kleine Doktor von Santa Rosa" hilft bei allen Leiden. |
Da wir keine Chance sehen, ein Taxi zu bekommen, um woanders hin zu fahren, gehen wir in ein einfaches, peruanisches Restaurant, wo man für 3,50€ ein ganzes Menü mit Getränk bekommt.
Nudelsuppe, Reis, superleckere Kartoffeln, Salat und eine hauchdünne Scheibe Hähnchenbrustfilet. Gebratene Maiskörner gibt es als Beilage und dazu ein eher nach nichts schmeckendes lila Getränk, das aus rotem Mais hergestellt wird. Rita hat die Fischvariante. Hat auch sehr gut geschmeckt.


Der Fernseher läuft ohne Pause. So können wir den Papst in der Dauerschleife am Amazonas sehen, während er vielleicht schon auf dem Rückweg nach Lima ist.
Es ist an der Zeit, endlich die letzten Postkarten zu schreiben. Das ist gar nicht so einfach. Auf dem Schiff gab es nie aktuelle Postkarten, und im Zeitalter von Whatsapp werden immer weniger Ansichtskarten geschrieben.
Um zur Post zu kommen, müssen wir wieder einmal durch die Menschenmenge und uns durch die Absperrgitter über die Strasse mogeln.
Um Briefmarken zu kaufen muss man bei der Post seine Passnummer, den Namen und das Herkunftsland angeben! Fingerabdruck ist offenbar noch nicht vorgesehen.
In einer Einkaufsstrasse haben nur die Souvenirläden geöffnet, es sind kaum noch Leute unterwegs. Alle stehen in der Papst-Warteschlange.
Rita braucht nun unbedingt einen Kaffee, und wir verlassen das Sperrgebiet, in der Hoffnung, später irgendwo auf einen Taxifahrer zu treffen, der bereit ist, uns zu fahren.
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| Kunst am Platz |
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| schlechter Tag, die Zuschauer fehlen |
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| Indios auf dem Weg zum Papst |
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| heute keine Kundschaft, dafür viel Zeit für ein Schwätzchen |
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| am Hang: emporwachsende Favellas fast wie in Rio |
Während Rita mit ihrem Kaffee beschäftigt ist, beobachte ich die Umgebung und genieße mein großes Eis.
Dann machen wir uns auf die Suche nach einem Taxi. Wir müssen ziemlich weit laufen, was aber auch seinen Reiz hat. Schließlich ist heute viel los in Lima.
Geschafft! Ein junger Mann ist bereit, uns zu fahren. Rita macht es sich auf der Rückbank gemütlich und schläft bald ein. Ich versuche, den Fahrer wach zu halten.
Unterhalten kann ich mich ja nicht wegen meiner fehlenden Spanischkenntnisse. Er fährt und fährt und fährt. Wenn er nicht gerade einschläft. Irgendwann fällt ihm tatsächlich auf, dass offenbar alle Strassen, die in die von uns gewünschte Richtung führen, gesperrt sind. Ich kenne die freien Strassen schon auswendig. Er kurvt ja schon seit 2 Stunden immer durch dieselben. Verkehrsregeln scheinen völlig heute außer Kraft zu sein. Es ist schlimmer als auf Indiens Strassen.
An der Ampel fällt ihm 3x der Kopf aufs Lenkrad. Ich wecke ihn und gebe ihm Bonbons, in der Hoffnung, dass sie ihn aufwecken. Langsam scheint er verzweifelt und überlegt, wo er uns absetzen kann. Seine Vorschläge in Industriegebieten lehnen wir ab. Sein Problem: der ausgehandelte Preis gilt.
Auf einmal kann er sein Handy wieder bedienen und bekommt glänzende Augen. Die Strasse zum Museum Larco ist wieder frei, und dorthin bringt er uns.
Wir kommen uns vor wie im siebenten Himmel. Ruhe, gute Luft, tolle Pflanzen, es ist wunderbar angelegt.
Im fast leeren Restaurant ist der Kaffee leider nur lauwarm und die Bedienung mehr als langsam, aber man sitzt sehr entspannt. Wir genießen es.
Nun sind wir gestärkt und gehen uns die Schätze aus Perus Vergangenheit anschauen.
Vor genau 21 Jahren war ich schon einmal in Lima. In Erinnerung geblieben sind mir u.a. die vollgestellten Regale bis zur Decke. Und so ist es immer noch. Unglaubliche Mengen an Fundstücken müssen auf relativ kleinem Raum untergebracht werden. Es erscheint mir unmöglich, alles zu sehen, was hier ausgestellt ist. Fast an jedem Gegenstand ist ein anderes, interessantes Detail zu finden. Faszinierend!




Nur wenige Gemälde sind erhalten.

Wer nicht an den neuen Gott glauben wollte, der mußte eben selbst dran glauben.
Eine erstaunliche Menge feinster Stoffe existiert noch.




Besonders hochgestellte Persönlichkeiten waren im Besitz von Kleidungsstücken, auf denen wertvolle Vogelfedern aufgenäht waren.
Mittlerweile ist es stockdunkel, und wir suchen uns ein Taxi zurück nach Miraflores.
Dieses mal haben wir einen hellwachen Taxifahrer, aber einen, der voller Trauer über seine gerade davongelaufene Ehefrau ist, die er gerne zurückhaben möchte. Von uns Frauen erhofft er sich offenbar ein paar gute Ratschläge.
Im Park lassen wir uns noch bei Tanz und Musik nieder, bis wir danach hundemüde ins Bett fallen.
Die Katzen bevölkern den Park seit Jahren. Mittlerweile gibt es eine Organisation vor Ort, die Adoptionen vermittelt und für Sterilisationen, Futter und Arztrechnungen sammelt.































































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