Donnerstag, 14. Dezember 2017

St. Barth - Meine Frau serviert mir immer Tellergerichte

15.12.17  Gustavia/  St. Barthelémy


Wir sind auf den kleinen Antillen, in der östlichen Karibik und besuchen die Insel der Reichen und Schönen, wie man St. Barthélemy auch nennt.
Kolumbus habe die Insel uninteressant gefunden, segelte bald weiter. Wahrscheinlich wurde  Gustavia 1763 durch französische Siedler gegründet.
1785 verkauft Ludwig XVI. die Kolonie an Schweden. Daher der Name Gustavia (nach dem damals amtierenden schwedischen König Gustav III) 
Die Insel war dann knapp 100 Jahre in der Hand der Schweden, die sie dann aus Geldmangel wieder an die Franzosen verkauften. 
Die Straßenschilder bezeugen die Episoden Op der Schweden und der Franzosen . 
Durch  Artelleriegatan, Rue de la Suède und Kungsgatan spaziere ich  nachher noch.






Jetzt befinden wir uns auf französischem Überseegebiet, 
seit 2012 auch zum Hoheitsgebiet der EU zählend. 
Die Insel ist 21 Quadratkilometer groß und hügelig bis zu einer Höhe von 286 m.
Gegen 11 Uhr nehme ich das Tenderboot und schaukele an Land. Ganze 15 Minuten dauert das.



Tendern kann sehr zeitraubend sein. 
Zuerst wartest du, dass ein Boot fährt zur vollen Stunde. Dann kommt die unterschiedlich lange Fahrtzeit. 
Zurück das gleich Spiel, da allerdings ist dann Abfahrt meist zur halben Stunde, und du darfst um Himmels willen nicht das letzte Boot verpassen! 
Wenn wir nur für ein paar Stunden ankern, muss man sich ganz schön sputen, wenn man viel sehen will und vielleicht sogar noch irgendwo gemütlich etwas trinken möchte, um isich nach den Erkundungen auch noch ein wenig an Land zu entspannen.
An Bord bin ich ja noch lange genug!
Gustavia, die Hauptstadt, wirkt auf den ersten Blick wenig gebeutelt von den beiden Hurrikans im September 2017. 
Wahrscheinlich ist hier aber genug Geld vorhanden, um alles schnell zu reparieren. Mehrere Superreiche sollen viel Geld gespendet haben.
Kein Wunder, wenn ein Herr Abramovic, der angeblich reichste Russe,  hier ein Haus hat. Sein Schiff, das kurz im Hafen auftaucht,  ist so groß wie unseres, hat aber noch eine Rakete, ein U-Boot und einen Hubschrauber an Bord! 007 lässt grüßen.
Der Ruf von Abramovic scheint übrigens erheblich besser zu sein als der seiner vielen ebenfalls unvorstellbar reichen Landsleute, die sich hier tummeln.

Zunächst  laufe ich am Wasser entlang durch den Ort. Besonders aufregend finde ich die Geschäfte nicht, ich  gehe aber auch sowieso nicht gerne zum Shoppen.









Es sind kaum Touristen unterwegs. Wenn unser Schiff nicht hier ankern würden, wäre es noch leerer in den Strassen. Einen Kaffee an der Promenade gönne ich mir, der kostet ganze 6€. Aber das Internet ist gratis und einen schönen Ausblick hat man auch. 



















































Kirchen gibt es hier genug, alleine in Hafennähe zwei.

Die ganzen Edelboutiquen am Hafen entlang haben noch geschlossen und renovieren gerade. Schade, dabei wollte ich mir gerade hier doch unbedingt ein Louis Vuitton- Täschchen erstehen 😂😂.


Der Tourismus ist hier absolut noch nicht wieder angelaufen, dabei ist schon Hochsaison. Im Verborgenen muss also doch noch Vieles zu Renovieren sein. 
Sint Maarten, nicht weit entfernt, sei ebenfalls sehr stark zerstört worden durch den Hurrikan. An Tourismus sei dort noch ganz und gar nicht zu denken.










Es geht ganz schön bergauf, bis ich endlich alle Stufen bis zum Fort Carl erklommen habe. Heiß ist es auch, und die Sonne knallt vom Himmel.  





Ruinen sind keine  da, aber  eine tolle Aussicht. 



alleine ist man nirgends

am Gouvereur Beach soll man gut baden können

links das Schiff von Abramovic rechts hinten die Hamburg

Runtergehen ist einfacher als hoch

Auf dem Weg nach unten treffe ich einen Herrn vom Schiff, der mir stolz erzählt, dass er und seine Frau nie Mittagessen an Bord zu sich nehmen würden. Abends essen sie im Schiffsrestaurant, jeder ein Tellergericht. 

„Meine Frau serviert mir immer Tellergerichte“.  
Das hat mich sehr gefreut für ihn. 
Noch mehr freue ich mich, dass ich essen darf, was ich möchte. 
Und: er hat mir gerade den Spruch des Tages geliefert!  

Mein Smartphone- Akku ist fast leer, ich muss leider zurück an Bord, da ich das falsche Kabel für den Ersatzakku dabei habe.
Nur mit Müsli und einer Birne im Magen trete ich aber umgehend die Rückfahrt aufs Festland an. Ich will unbedingt noch hinter den Leuchtturm und den kleinen spektakulären Flughafen sehen.
Und schon wieder geht es steil bergauf. Ohne Schirm würde ich verglühen. Die Leute, die hier ihre Villen haben, brauchen keinen Fernsehr, falls ihnen die Aussicht nicht manchmal schon egal ist.




Den Leuchtturm habe ich fast erreicht. Dann geht es noch eine ganze Weile geradeaus. Die Tour wird viel länger, als ich es mir vorgestellt habe. 




Dann braust das erste Kleinflugzeug heran. Der Flughafen muss also in der Nähe sein!





Es ist ziemlich spannend, die Starts und Landungen zu beobachten. Wenn ich einen Stuhl und mehr Zeit hätte, würde ich viel länger bleiben. Aber ich muss mich ranhalten, will ja nicht den letzten Tender verpassen.





Bei den einmaligen Ausblicken pausiere ich doch noch einmal. Man erkennt von oben gut die sturmgeschützte Lage des Hafens. Für Seeräuber war dies immer ein guter Platz. Die EInfahrt in den Hafen ließ sich gut überwachen.








Jetzt bin ich fix und alle, mehr geht heute wirklich nicht, ich fahre mit dem vorletzten Tenderboot zurück an Bord.



Die Flagge ist die von Frankreich, da St. Barth ja französisches Überseegebiet ist und zur EU gehört.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

anders, aber auch nicht schlecht

Februar 2018   -   eine Woche später                         Auch Hannover hat seine Reize!