Sonntag, 17. Dezember 2017

St. Kitts und Nevis - 3. Advent in Basseterre

17.12.17 Basseterre/ St Kitts und Nevis

Basseterre ist die Hauptstadt von St. Kitts und Nevis, gehört zu den Kleinen Antillen, den Inseln unter dem Winde und zu den 12 Zwergstaaten der Welt mit weniger als 1000 Quadratkilometern feste Landmasse.
Sie gilt als eine der ältesten Städte der Karibik, mit Häusern im französischen und englischen Stil. Gegründet wurde Basseterre wahrscheinlich von französischen Siedlern, die ihr den Namen gaben.

Bei der Annäherung an die Insel frage ich mich, für welche Seite sich das Wetter heute wohl entscheiden wird.



Unser Schiff ist offenbar am Containerhafen gelandet und nicht wie angekündigt am Pier im Port Zanté. Wie so oft besetzen die großen Schiffe die Piers und die kleinen müssen auf Reedeliegen oder halt weit außerhalb.





Keine Infos gibt es darüber, weder am Infostand bei der Rezeption, noch bei der allgemein akustisch wenig verständlichen Info per Lautsprecher. Das ist schon ärgerlich, denn statt 5 Minuten bis zur Stadt sind es mindestens 45! Sogar in den schriftlichen Unterlagen für den Tag es falsch gedruckt!  Auf Nachfrage hin wird sich gewunden, und man redet sich raus.

Regenschauer sind angekündigt, und das Wetter richtet sich leider nach der Vorhersage. Dazwischen brennt die Sonne vom Himmel herab.





Zum Glück ist heute Sonntag, zumindest ist das Verkehrsaufkommen reduziert. Hier fährt man ziemlich rasant.
Ich habe michauf den Weg gemacht. Die Strecke zieht sich mehr als ich gehofft hatte. Anderererseits gibt es ja fast immer interessante DInge zu sehen.









Nach dem Durchqueren des Industriegebietes geht es eine Weile am Meer entlang. 
Dann streife ich nahe der Altstadt ein wenig durch die Seitengassen. Hier stehen neben armseligen Hütten auch ein paar ordentliche Häuser. Die Hühner picken mitten auf der Kreuzung. Kühlschränke, Mikrowelle, einfach alles wird direkt vor dem Haus auf der Straße entsorgt. Hier rottet es vor sich hin. Kleine dürre Kätzchen schleichen um die Ecken. Durch die offenen Fenster dringen Sprachfetzen.





















An dieser Stelle wirkt das Auto wie ein Fremdkörper auf mich.
So langsam nähere ich mich der touristischen Zone.


Die Kathedrale der Jungfrau der unbefleckten Empfängnis strahlt Ruhe aus. Nonnen aus asiatischen Ländern schwirren in ihren blütenweißen Trachten umher. Luftentleerte Nikoläuse werden schlapp an Seilen baumelnd an der Kirchenfront hochgezogen. Heute ist der dritte Advent, das hätte ich doch glatt vergessen...



Genau hier am  Independance Square vor der katholischen Kathedrale war früher der Sklavenmarkt.





Der zentrale Platz ist als Park gestaltet, mit wunderschönen alten Bäumen. Platz auf der Parkbank im Schatten ist keiner. Da schläft jemand seinen Rausch aus, nicht ohne vorher seine Schlappen auszuziehen und ordentlich hinzustellen.



Es gibt im Stadtgebiet einige alte Steinhäuser. Die ganz alten Holzhäuser sind immer wieder den Flammen zum Opfer gefallen.







Ein Plätzchen zum Entsorgen des alten Fernsehapparates lässt sich immer finden, notfalls in der Telefonzelle. 



Der erste Schauer ist da. Ich stelle mich kurz im Hafengebäude unter und daddele wie andere auch im Wifi herum. Dabei fließt mein Schweiß in Strömen. Ich könnte meinen, ich würde gerade duschen.
Bald ist der Schauer vorbei, und ich gehe ein paar Schritte bis zum Circus. Dieser Kreisverkehr soll an den Piccadilly Circus in London erinnern, und der Uhrturm, der Berkely Memorial Clock Tower, steht mittendrin.



Geschäfte, Post, Restaurants, alles ist geschlossen. Ein wenig trostlos ist das schon.



In der Nähe konzentrieren sich an einem Platz gleich 3 Gotteshäuser, eins der Anglikaner, eines der Methodisten und eine Missionshalle. In einer anderen kleinen Straße wirbt die Holy Norwich Church für ihren einzig wahren Weg in den Himmel, "in Affiliation with the United Holy Church of America", wie sie angeschrieben haben. Sie halten ihren Gottesdienst bei geöffneter Türe ab und etwa 20 Schäflein haben sich versammelt. (Affiliation bedeutet Zugehörigkeit...das habe ich erst einmal nachlesen müssen...)





„Blessed“ sind sie wohl alle, wie die diversen Autoaufkleber bezeugen.



Ich habe genug gesehen und wende mich wieder dem Hafen zu. Dort steht das Old Treasury Building, wo früher die Staatskasse verwahrt wurde. Heute ist hier das Nationalmuseum untergebracht.

Dahinter, im Bereich des Port Zanté ist eine Art Cruise Center untergebracht. Hier haben 2 größere Kreuzfahrtschiffe festgemacht.
Zumindest kann man hier wenigstens etwas essen und trinken. Bin fast verdurstet, weil der 50 Minuten- Weg von unserem Industriehafen mich sehr viel Schweiß gekostet hat und ich vergessen hatte, Wasser mitzunehmen.
Nun sitze ich im eisgekühlten kleinen Shop und nutze auf dem einzigen freien Stuhl, den ich erwischen konnte das erste gute Wifi auf der gesamten Reise. Aber ewig will ich hier auch nicht sitzen. Noch einmal will ich aber nicht wandern. Muss schauen, wie ich zum Schiff komme.

Google kriegt es sowieso nicht geregelt mit den Fotos und Texten im Blog. Das kann ich vergessen..Google Fotos lädt sich dumm und dämlich an meinen Fotos, offenbar im Schlafmodus. Alles für die Katz. Für jeden Schritt brauche ich ein gutes Wifi, und das werde ich auf der ganzen Reise nicht haben. Also muss ich es wohl zu Hause hinkriegen.

Die vielen Resorts, Paradise Beach Villages, Bay Clubs und der Golfplatz liegen alle konzentriert an der schmalsten Stelle der Insel in Richtung der Insel Nevis. Dort kann man sicher schön relaxen und Sonne und Meer genießen, wenn man das möchte.

Zum Schiff fahre ich mit einem Taxi. Mit einer Frau vom Schiff steige ich ein. Es ist nicht allzu schwer, auf der Strasse die Leute auszumachen, die von unserem Schiff sind.




Begleitet von wunderschönen Licht- und Wolkenspielen verabschiedet sich das Schiff gegen 18.30 von St. Kitts und steuert Martinique an.












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